Positives Ergebnis bei Infoveranstaltung

Vereine der Schützenkreis Alsfeld und Lauterbach informieren und diskutieren zur bevorstehenden Fusion

(gma) Wenn zwei Schützenkreisen mit insgesamt 56 Vereinen und rund 4.500 Mitgliedern eine Fusion nahegelegt wird, geht dies sicher nicht von heute auf morgen. Fusionen sind und bleiben problematisch. Egal ob es sich um Unternehmensfusionen, Zusammenschlüsse von Gebietskörperschaften oder Verbänden im Sport handelt. Nicht oft prallen widerstreitende Systeme aufeinander oder persönliche Befindlichkeiten stehen einvernehmlichen Einigungen im Weg.  

Dass es auch anders geht, trotz durchaus größerer Unterschiede im System bzw. der sportlichen Gegebenheiten, bewiesen die beiden Kreisvorstände und Vertreter der anwesenden Vereine der beiden Schützenkreise Alsfeld und Lauterbach. Mehr als 120 Vereinsvertreter waren der Einladung der Kreisschützenmeister Wilfried Becker und Erwin Stock zur ersten gemeinsamen Infoveranstaltung zur Fusion zum künftigen Schützenbezirk Vogelsberg gefolgt und füllten das Bürgerhaus in Brauerschwend. Der Zusammenschluss der beiden Schützenkreise steht nun schon seit gut einem Jahr im Raum. In dieser Zeit arbeiteten die beiden Vorstände in verschiedenen Teams und Arbeitsgruppen intensiv zusammen. Sie verglichen die beiden Systeme, das sportliche Geschehen und die Strukturen und erarbeiteten Vorschläge, die sie nun erstmals den Vereinen beider Kreise vorstellten.

Nach Begrüßung und einführenden Worten durch den Kreisschützenmeister des Schützenkreises Alsfeld, Wilfried Becker übergab dieser an die Sportleiter Marcus Stock, Lauterbach und Gerhard Massier, Alsfeld. Beide stellten in einer PowerPoint Präsentation zunächst die beiden Kreise vor und unterbreiteten dann Vorschläge zur Organisation der Rundenwettkämpfe und der Einteilung der Klassen. Nach jedem Teilabschnitt der Präsentation erfolgte eine Abstimmung zu den Vorschlägen. Diese hat keine bindende Wirkung. Dennoch gelten sie als Empfehlung der Vereine für die Abstimmungen anlässlich der konstituierenden Sitzung des Bezirks am 2. Juni in Lauterbach sein.

Nach Vorschlag der Sportleiter wird sich die künftige Bezirksliga aus den beiden Absteigern der Oberliga Ost und den bisherigen Vereinen der beiden Gauligen zusammen setzen. Die achte Mannschaft soll dann in einem Aufstiegskampf der beiden Sieger der Kreisligen ermittelt werden. Darunter wird es die Bezirksklassen 1 und 2 geben. In der 1 werden die drei erstplatzieren der Kreisligen zusammen geführt und in der 2 die Plätze vier und fünf des Schützenkreises Alsfeld, Platz 5 der Kreisliga Lauterbach, der Aufsteiger der Grundliga Lauterbach sowie der Aufsteiger der Zehnerklasse 1 Alsfeld und der ringstärkste Zweitplatzierte der gerade genannten Klassen aus beiden Kreisen. Unterhalb der drei Bezirksklassen folgen dann die Grundklassen. Hierfür wird eine Rangliste aller Vereine aus beiden Kreisen auf Basis des Rundendurchschnitts der abgelaufenen Runde gebildet. Entsprechend der Leistungen der Mannschaften findet dann die Bildung der Klassen in zwei parallel verlaufenden Strängen statt. Dieser Vorschlag wurde in einer Abstimmung mit großer Mehrheit angenommen. Kontrovers wurde dagegen ein Modell diskutiert, in dem eine komplette Durchmischung aller Vereine und Mannschaften erfolgt. Durch die räumliche Größe des neuen Bezirks kam die Befürchtung auf, dass die Wege zu den Wettkämpfen zu lang werden könnten. Zwei weitere Modelle die eine Zweiteilung des Bezirks in Ost und West bzw. eine Dreiteilung ins Auge fassten, fanden keine Zustimmung. Mit nur wenigen Gegenstimmen wurde dann für das Modell eins gestimmt und damit für eine vollständige Verschmelzung beider Kreise von Beginn an.

Eine weitere engagierte Diskussion fand dann beim Thema Wettkampftermine statt. Beide Sportleiter und Kreisvorstände schlugen vor, die bisherige Regelung des Schützenkreises Lauterbach zu übernehmen. Diese sieht vor, dass alle Luftgewehrklassen von der Bezirksliga bis hin zur untersten Grundklasse in einer Woche schießen und in der darauf folgenden Woche die Wettkämpfe der Nachwuchsschützen sowie der Altersklasse LG, der Auflageschützen und aller Luftpistolenklassen erfolgen. Jede Heimmannschaft kann hierbei den Wochentag und die Uhrzeit des Wettkampfes frei selbst bestimmen. Einige Vertreter des Kreises Alsfeld befürchteten, dass ihnen bei dieser Regelung Schützen weg brechen könnten, weil sich diese auf die festen Wettkampftage des Kreises Alsfeld eingestellt hätten. Weiterhin äußerten sie die Befürchtung, dass es Probleme gäben würde, weil alle Mannschaften gleichzeitig schießen müssten. Sportleiter Marcus Stock versuchte, ihnen diese Angst zu nehmen indem er ihnen größtmögliche Flexibilität bei der Gestaltung der Wettkampfplanung zusicherte. So sollen Vereine die Möglichkeit erhalten, einige Wettkämpfe auf Antrag auch schon in der Vorwoche terminieren zu können. Nach ausgiebiger Diskussion wurde dieser Vorschlag bei nur wenigen Gegenstimmen angenommen

In den anderen Wettbewerben wie z. B. Luft- und Sportpistole, Kleinkalibergwehr etc. werden die Vereine eingeladen, um selbst über den die Einteilung der Klassen und die Terminierung der Wettkämpfe zu beraten.

Weniger problematisch stellte sich dann die Abstimmung zum zukünftigen Austragungsmodus des neuen Bezirkspokalschießens dar. Dieses löst das Kreispokalschießen des Schützenkreises Alsfeld bzw. den A-B-C Pokal des Schützenkreises Lauterbach ab. Geschossen wird in Mannschaftswertung. Die gemeldeten Mannschaften werden gemäß des Rundendurchschnitts der abgelaufenen Runde und je nach gemeldeter Mannschaftszahl in drei oder mehr Klassen eingeteilt, um eine möglichst große Ausgeglichenheit zu erzielen. Geschossen wird mit Luftpistole und Luftgewehr, stehend freihändig oder bei den Auflageschützen aufgelegt. Auch für Schüler, Jugend und Junioren wird der Wettbewerb ausgeschrieben. Mehrfachstarts sind möglich. Teilnahmeberechtigt sind alles Schützen, die an den Wettkampfrunden teilgenommen haben. Die Schussanzahl beträgt 20 Schuss und die Schüsse werden gleichzeitig für die Ermittlung der Schützenkönige bzw. Schützenköniginnen heran gezogen. Ebenfalls für den Jugendkönig bzw. die Jugendkönigin und den König oder die Königin bei den Auflageschützen. Die Ehrung aller Könige/Königinnen erfolgt beim Bezirksschützenfest. Dann auch der König Kleinkaliber der im Rahmen der Meisterschaften ausgeschossen wird. Dieser Vorschlag der Sportleiter wurde einstimmig von allen Anwesenden angenommen. Nur wenig Zeit nahm die Aussprache zur Proklamation der Schützenkönige in Anspruch. Im Schützenkreis Lauterbach wurde die Königsfamilie im Vorfeld informiert, dass eine Ehrung bevor stand, ohne dabei den Titel zu benennen. Im Kreis Alsfeld geschah dies nicht. Hier setzte man auf mehr Spannung und vertraute auf das Gefühl des Schützen, seine beste 10 gut einschätzen zu können und sein Interesse, der Proklamation beiwohnen zu wollen. Der Vorschlag der Vorstände dem Alsfelder Modell zu folgen wurde mit großer Mehrheit entsprochen.

Gesprächsbedarf besteht nach der Versammlung allerdings noch beim künftigen Bezirksdamenschießen. Die beiden bisherigen Modi der Wettbewerbe beider Kreise liegen weit auseinander. Man entschied, den neuen, noch zu beschließenden Modus den Damen selbst zu überlassen. Weiterhin wurde entschieden, dass bisher erfolgreiche Sonderschießen beibehalten und für alle Vereine zugänglich gemacht werden sollen.

Nach den Ausführungen der Sportleiter berichteten die beiden Kreisschützenmeister noch über die weiteren Aktivitäten der beiden Vorstände ohne jedoch bei Finanzen, Meisterschaften oder der neuen Rundenkampfordnung in die Tiefe zu gehen. Man wies hier auf die nächste gemeinsame Sitzung beider Kreise am 2. Juni in der Aula der Sparkasse Lauterbach hin. An diesem Abend müssen beide Kreise von ihren Vereinen zunächst aufgelöst werden und die Vorstände frei gesprochen werden, um dann in einer gemeinsamen Abstimmung den neuen Bezirk Vogelsberg aus der Taufe zu heben. Das Thema Rundenwettkampfordnung solle in einem weiteren Termin Anfang September behandelt werden.

Wilfried Becker stellte noch zum Abschluss dann noch die Personen vor, die sich bereit erklärt hätten, für den neuen Bezirksvorstand zu kandidieren und warb um weitere Bewerber für den neuen Vorstand. Nach rund 3 h intensivem Programm, Beratungen und Diskussionen endete die Sitzung unter zustimmendem Applaus aller.